Optimierung für mobile Ausgabegeräte

Internetseiten für den Abruf mit Mobiltelefonen und vergleichbaren Ausgabemedien wie Personal Digital Assistants (PDAs) zu optimieren, kann mit wenigen, mehr oder weniger aufwändigen Schritten in die Realität umgesetzt werden. Zur Diskussion steht dabei eine Abwägung zwischen Nutzen und Aufwand. Denn jeder Internetauftritt kann zwar für die mobile Anzeige optimiert werden, doch nicht immer ist das Ausgangsmaterial verwendbar.

Mobile Ausgabe - StartseiteEinen Internetauftritt auch für mobile Ausgabegeräte zu optimieren bietet zunächst prinzipiell mehrere Aspekte eines Mehrwerts: Der Internetauftritt ist von überall unterwegs abrufbar, auch ohne Laptop oder PC, es kann schnell etwas recherchiert werden. Man stelle sich z.B. einen Journalisten vor, der auf der Heimfahrt von einem Termin in einer Bilddatenbank oder einem Presseportal recherchiert; einen Multiplikator, der neue Informationen während der Wartezeit auf einem Flughafen ermittelt, etc.
 

Eigenständige CSS - media="handheld"

Eine einfache Optimierung, ohne zunächst Rücksicht auf die Inhalte zu nehmen, ist dabei unkompliziert realisierbar. Eine sehr hilfreiche Voraussetzung ist dabei zunächst, dass eine Internetpräsenz nach XHTML/CSS-Standards aufgebaut und damit sauber zwischen Inhalt und Layout getrennt ist. Man definiere eine CSS-Datei für mobile Ausgabegeräte und der entsprechende Browser auf dem Gerät des Anwenders wird diese CSS-Datei verwenden, um die Seiten darzustellen.

Doch hier stellt sich auch die erste Hürde in den Weg: Es sollte ein eigenständiges Layout definiert werden. Denn Internetseiten sind zumeist in mehreren Spalten aufgebaut und somit eigentlich unbrauchbar für die mobile Ausgabe, da kein Benutzer gerne horizontal scrollen möchte. Dazu sollte berücksichtigt werden, dass Mobilgeräte häufig bei wechselnden Lichtverhältnissen benutzt werden. Dem kann durch die Verwendung eines hohen Kontrastes begegnet werden. Dieser wiederum steigert zumeist den Energieverbrauch eines Mobilgeräts. Diese Zusammenhänge bedeuten schlussendlich, den Einzelfall zu bewerten. Eine globale Aussage zum optimalen Layout kann nur dahingehend getätigt werden, als dass auf Breite und Kontrast ein besonderes Augenmerk liegen sollte.
 

Unzählige Interpretierungen

Mobiltelefone mit informedia WebsiteEine weitere Schwierigkeit: Es existieren unzählige Mobilgeräte und ein unüberschaubares Angebot an Software zur Darstellung von Internetseiten. Aktuell ist es schlichtweg unmöglich, auch nur entfernt an ein einheitliches Erscheinungsbild zu denken, da die installierten Browser oft fehlerhaft sind oder interessante Interpretationen des eigentlich standardisierten Codes vornehmen.
 

Standards und Entwicklungswerkzeuge

Denn Hilfen für den Entwickler sind vorhanden: Das World Wide Web Consortium (W3C) hat einen Standard - Mobile CSS - definiert. Es existieren auch entsprechende Werkzeuge zur Validierung (Prüfung) des Quelltextes. Somit wird es immerhin möglich sich nach Standards zu richten und Internetseiten, die entsprechend aufgebaut sind, werden auf einem Gros der Mobilgeräte zumindest akzeptierbar richtig angezeigt.

Mobile Ausgabe - Seite "Referenzen"Um wieder die Einzelfallbewertung ins Spiel zu bringen ist hierzu zu sagen, dass mit diesen einfachen Mitteln eine große Menge an Internetseiten so optimiert werden kann, dass die Anzeige auf Mobilgeräten optisch gelungen erscheint. Doch ein weiteres Problem stellt die Datenmenge dar, da auf Internetseiten viele Grafiken und Bilder einerseits zur Gestaltung, andererseits zur optischen Begleitung von Textinhalten wiedergegeben werden. Ein einfaches Verstecken der Bilder für mobile Ausgabegeräte ist nicht ausreichend, da die Bilder trotzdem übertragen werden. Und egal ob der Anwender einen zeit- oder mengenbasierter Tarif verwendet: Eine datenintensive Seitenübertragung schlägt sich deutlich in den Kosten nieder.
 

Weichen können den Inhalt lenken

Auch hier ist ein Gegensteuern möglich. Mobilgeräte identifizieren sich gegenüber dem Webserver und es können relativ zuverlässige Weichen in einen Quellcode eingebaut werden, die Bilder und große Dateien konkret physikalisch ausblenden und so für den mobilen Abruf tatsächlich unsichtbar sind und nicht übertragen werden. Ab diesem Punkt bewegt man sich allerdings bereits im Bereich der deutlich aufwändigern Optimierungen, mit denen ein Internetauftritt überarbeitet werden muss. Hier findet ein tiefer Eingriff in die Struktur der einzelnen Seiten statt.
 

Optimierung des Inhalts: Seitenvariante

Mobile Ausgabe - Anzeige ohne BilderDie bis hierhin beschriebenen Maßnahmen sind allerdings immer noch nicht ausreichend für inhaltsintensive Internetauftritte. Wenn viel Text oder Bildmaterial angeboten werden sollte eine eigenständige Variante der Internetseite angefertigt werden, bei der durch geschickte Verteilung von Teasern stets die Übersicht für den Benutzer erhalten bleibt und die gleichzeitig angebotene Menge an Informationen übersichtlich bleibt.

Werfen Sie auch gerne einen Blick mit einem mobilen Gerät auf diese Webseite - falls Sie nicht bereits dabei sind. Sie werden eine mittlere Optimierung entdecken, bei der Inhalt zur Anzeige optimiert ist, Grafiken und Mengen jedoch keine Modifikation gegenüber der Bildschirmvariante erfahren.

Es existieren also mehrere Ausbaustufen innerhalb der Optimierung für mobile Ausgabegeräte. Der Schlüssel zu einer optimalen Konzeption und Umsetzung liegt - in der realistischen Einzelfallbewertung.

24. November 2006